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Beratung von Eltern durch Eltern von Kindern mit Störungen aus dem autistischen Spektrum & anderen tiefgreifenden Entwicklungsstörungen

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10. ElternCafé [Arbeit & Wohnen] Mai09

Auch unser 10. ElternCafé im zum Thema: „Arbeit und Wohnen“ war - wie die vorangegangenen Veranstaltungen - ein großer Erfolg.

Doch zuerst möchten wir uns auf diesem Wege noch einmal herzlich bei allen Fachleuten die unserer Einladung gefolgt sind für die konstruktive Teilnahme und Bereicherung unseres Elterncafés bedanken. Danke, dass Sie mit uns und unseren Gästen Ihr Wissen und Ihre Zeit geteilt haben und viele neue Anstöße geben konnten.

Die Veranstaltung fand sowohl bei den vielen anwesenden Fachkräften als auch bei den Menschen, die gekommen waren, um Tipps, Hilfe und Ansprechpartner zu bekommen, sehr großen Zuspruch. Das durchweg positive Feedback zeigt, dass wir mit unserem Elternzentrum-Berlin e.V auf dem richtigen Weg sind.

Die Möglichkeiten des Übergangs von der Schule zum Berufsleben sind ebenso vielfältig, wie die Menschen - und in unserem besonderen Fall die Menschen mit Autismus - es sind.
Daher verwundert es nicht, dass die große Informationsmenge am 13. Mai im ersten Moment an einen undurchdringlichen Dschungel erinnerte, den wir aber mit Hilfe der vielen neu gewonnenen Kontakte und Informationen sicherlich leichter durchqueren werden.

Das Thema Wohnen konnte leider nicht mehr berücksichtigt werden, denn es hätte den Rahmen gesprengt, da es jedoch auch ein sehr wichtiges und oftmals auch mit Hürden versehenes Unternehmen ist, unsere Kinder und Angehörigen die Möglichkeit der eigenen Wohnunterkunft zu bieten, werden wir sicherlich dieses Thema zu einem späteren Elterncafé wieder aufgreifen.

Wir freuen uns auf unser nächstes Elterncafé und besonders auf alle Gäste und wir freuen uns auf die weiterhin sehr konstruktive und so nützliche Zusammenarbeit mit den Fachleuten.

Für alle Interessierten stellen wir eine etwas ausführlichere Zusammenfassung mit den Kontaktdaten der anwesenden Fachleute hier zur Verfügung.

Die vorangegangene Ankündigung zum Eltern-Themen-Café “Arbeit und Wohnen” am 13. Mai 2009

Wir, das Elternzentrum Berlin mit dem Schwerpunkt Autismusspektrumstörung und andere tiefgreifende Entwicklungsstörungen, möchten Sie herzlich zu unserem nächsten Eltern-Themen-Café einladen.

Nach unserem letzten ElternCafé im März 2009 zum Thema “persönliches Budget” und dem Fazit der Referenten “alles ist möglich” möchten wir nun mit Ihnen über Möglichkeiten der Beschäftigung, beispielsweise in der Werkstatt oder auf dem 1. Arbeitsmarkt und über Wohnformen diskutieren.

Ihr Engagement, Ihre Erfahrungen & Anregungen und unsere konkreten Ideen & Wissensansammlungen sind eine gute Basis um anstehende Probleme zu lösen, gemeinsame Konzepte anzudenken, anzustoßen und hoffentlich auch umzusetzen!

Wir haben die verschiedensten Anbieter und Praktiker eingeladen und freuen uns auf einen interessanten, innovativen und diskussionsreichen Nachmittag.

Gäste:
- Patrick Zucker (Autismustherapeut)
Mosaik Fördergruppen (unter dem Dach der Werkstätten)
- Frau Schwerdtfeger Arbeitsagentur, Berlin-Mitte-Team
- Herr Schneider
Koordinierungsstelle Übergang Schule - Beruf (Lebenswelten e.V.)
- Herr Wagner
Jobcoach/Integrationsfachkraft (Union Sozialer Einrichtungen, Integrationsfachdienst Mitte)
- Frau Netzband Nordbahn-Werkstätten
- Frau Barnow Kaspar Hauser Therapeutikum (Träger einer anerkannten Werkstatt für Menschen mit Behinderungen)
- Herr Blanke Leiter des Sozialen Dienstes, Nordberliner Werkgemeinschaft gGmbH
- Frau Asendorf und Frau Holtze SALO Bildung und Beruf GmbH (Berlin & Neumünster)

Ort:
Das ElternCafé findet statt bei:
Schartmann-Taubner GbR
Neue Schönholzer Str. 12
13187 Berlin-Pankow

Mittwoch, den 13. Mai 2009 von 16:00-19:00 Uhr

Flyer (PDF/100KB)

Welt-Autismus-Tag

Einige Tage nach dem 2. Welt-Autismus-Tag immer noch chaotische Verhältnisse im Berliner Senat, Hinhaltetaktik und keine guten Aussichten für autistische Kinder…

Schätzungen zufolge gibt es weltweit 35 Millionen Menschen mit Autismus. Sie kämpfen jeden Tag aufs Neue mit der ihnen so fremden Welt und werden häufig diskriminiert. Im November 2007 erklärte die UN den 2. April zum Tag, an dem „die Mitgliedsstaaten jährlich dazu ermutigt werden sollen, in ihren Ländern das Bewusstsein für autistische Kinder zu schärfen“. Dieser Tag soll weltweit für diese Entwicklungsstörung sensibilisieren, das Verständnis für diese rätselhafte neurologische Beeinträchtigung fördern.

Gerade bei frühkindlichen Autisten, so auch die Erfahrung des Elternvereins „Elternzentrum Berlin“, ist die Intelligenz mit normalen Maßstäben kaum zu messen. So landen nicht wenige in einer Beschulungsform, die ihren Möglichkeiten nicht gerecht wird. Genauso wie nicht autistische Kinder, können und wollen auch sie etwas leisten und strahlen vor Stolz über das Erreichte. Nur brauchen sie dafür ihre eigenen Rahmenbedingungen.

“Kein Mensch verlangt von einem gelähmten Kind, dass es von alleine ohne Rollstuhl durch die Welt läuft, aber zu viele verlangen von einem autistischen Kind, dass es sich ohne Hilfen und möglichst unauffällig mit den Bedingungen in unserer nicht autistischen Welt zurecht findet. Schafft es das nicht, wird ihm die Teilhabe verwehrt. Der Welt-Autismus-Tag hat also alle Aufmerksamkeit nötig.” (aus dem ATZ Bonn)

Die Rahmenbedingungen für autistische Kinder im Berliner Raum werden immer schlechter. Das Elternzentrum fängt Familien auf und vermittelt über Jahre angesammelte Elternerfahrungen an andere Familien. Regelmäßig gibt es zu bestimmten Themen Eltern-Themen-Cafés, eine Jugendgruppe für junge Asperger ist gegründet worden, permanente Aktivität ist nötig, damit die so dringend nötige Schulassistenz für die Kinder weiter genehmigt und finanziert wird.

Texte werden international veröffentlicht wie z.B. der folgende (veröffentlicht durch Frau Scheele Knight):
Teil 1: Educating children with autism in Germany
Teil 2: Adulthood and More For People on The Spectrum in Germany

Die Umstrukturierung der Berliner Schulstruktur hält Eltern autistischer Kinder in Atem, hier sind bis heute keine Informationen oder Ideen transparent gemacht worden , geschweige dass in diesem Vorhaben auch Kinder mit Beeinträchtigungen, vor allem der autistischen, diskutiert oder gar bedacht werden.

Die UN Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, speziell Artikel 24, hat in Berlin noch keinen Einzug gehalten. Noch immer werden schwerer vom Autismus beeinträchtigten Kindern maximal 10-15 Wochenstunden Schulassistenz in der Integration zugestanden, welche eine wirkliche umfängliche Teilnahme am Klassenleben und eine optimale Förderung unmöglich machen. Hier wird immer noch nicht nach dem Bedarf begutachtet, gehandelt und unterstützt, so wie es die Konvention vorsieht.

Derzeit plant der Berliner Senat die Reduktion einiger Tätigkeitsbereiche von Schulhelfern, die lern- und kommunikationsunterstützenden Maßnahmen. Wir protestieren gegen jegliche Reduktion und fordern die Anerkennung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass sich die Wahrnehmung autistischer Kinder neurologisch stark von der neurotypischer Menschen unterscheidet, sodass die Kinder eine ganz andere Ansprache, Pädagogik und Didaktik benötigen, um überhaupt lernen zu können.
Schulhelfer agieren als Übersetzer zwischen einem autistischen Kind und dem Lehrpersonal. Nicht zuletzt kann der Schulhelfer in seiner Funktion als lern- und kommunikationsunterstützender Helfer zum Beispiel auch ein Weg aus der Sonderschule in die integrative Schule sein. Wobei hier die Kürzung der sonderpädagogischen Stützstunden ebenso kontraproduktiv ist wie die Reduktion pädagogischer Hilfestellungen in Tätigkeitsbeschreibungen!

Die Stadt macht es Eltern autistischer Kinder sehr schwer, den Tag ihrer Kinder, den Welt-Autismus-Tag, in einem gebührenden Rahmen zu begehen . Vielleicht im kommenden Jahr …. wenn dann nicht neue „Feuer zu löschen sind“!